Promovieren - Aber wie?

Es gibt verschiedene Wege zur Promotion. Sie ist grundsätzlich nur an Universitäten oder anderen promotionsberechtigten Einrichtungen möglich, da nur diese einen Doktorgrad verleihen dürfen. Welche Form im Einzelfall infrage kommt, hängt unter anderem vom Fachbereich, der persönlichen Lebenssituation und den institutionellen Rahmenbedingungen ab.

Die Individualpromotion ist der häufigste Promotionsweg. Promovierende bearbeiten ihr Forschungsvorhaben weitgehend eigenständig und werden in der Regel von einer Professorin oder einem Professor betreut.

Eine strukturierte Promotion dagegen findet innerhalb eines Graduiertenkollegs, einer Graduiertenschule oder eines Promotionsprogramms statt. Sie ist meist durch ein fachliches Rahmenprogramm, feste Betreuungsstrukturen und begleitende Qualifizierungsangebote gekennzeichnet.

Die berufsbegleitende Promotion richtet sich an Personen, die parallel zu einer beruflichen Tätigkeit promovieren. Sie kann als Individualpromotion oder innerhalb eines strukturierten Programms organisiert sein und erfordert eine gute zeitliche Planung.

Von einer kooperativen Promotion spricht man meist dann, wenn Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) und Universitäten oder andere promotionsberechtigte Einrichtungen zusammenarbeiten. Die Betreuung erfolgt dabei häufig gemeinsam durch mehrere Beteiligte.

Eine Industriepromotion verbindet wissenschaftliche Forschung mit einer Tätigkeit in einem Unternehmen. Das Promotionsvorhaben ist an einer promotionsberechtigten Einrichtung angebunden, während die Forschung ganz oder teilweise in Kooperation mit einem Unternehmen stattfindet.

Auch eine Promotion in Verbindung mit einer außeruniversitären Forschungseinrichtung ist möglich, wenn das Forschungsvorhaben dort fachlich angebunden ist. Der Doktorgrad wird in der Regel jedoch von einer promotionsberechtigten Universität verliehen. Dabei sind verschiedene Promotionsformen möglich, zum Beispiel als Individualpromotion, im Rahmen strukturierter Programme oder in Kooperation mit einem Unternehmen.

Promovieren - Aber wo?

Seit Sommer 2021 kann der Doktorgrad neben den beiden Universitäten, in ausgewählten Bereichen auch an Promotionszentren der Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) erworben werden. Damit gehört Sachsen-Anhalt zu den Vorreitern beim eigenständigen Promotionsrecht für HAWs.

Promotion an einer Universität

Die Internationale Graduiertenakademie (InGrA) bietet Promovierenden umfassende Informationen und Unterstützungsangebote. Sie stellt auch für Promotionsinteressierte eine zentrale Anlaufstelle dar. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gliedert sich in neun Fakultäten, die in ihren jeweiligen Webbereichen auch fachspezifische Informationen und Anforderungen zur Promotion bereitstellen.

Einen ersten Überblick liefert auch der 2019 erschienene Leitfaden für Promovierende.

Die OGV Graduate Academy bietet einen umfassenden Einstieg in das Thema Promotion an der OVGU. Sie informiert über formale Anforderungen, Ansprechpersonen und Unterstützungsangebote für Promovierende. Fachspezifische Informationen und Ansprechpartner sind in den Webbereichen der neun Fakultäten zu finden.

Promotion an einer Hochschule

Die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle besitzt als staatlich anerkannte Kunsthochschule seit 2013 das Promotionsrecht für die Designwissenschaften im Fachbereich Design sowie seit 2020 das Promotionsrecht im Fachbereich Kunst.

Neben der Möglichkeit der kooperativen Promotion besitzen die Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAWs) in Sachsen-Anhalt seit 2021 in forschungsstarken Bereichen das Promotionsrecht. Derzeit bestehen fünf Promotionszentren. Einen Gesamtüberblick bietet die Website www.haw-promovieren.de. Nachfolgend finden Sie alle Anlaufstellen.

Promotionszentren an Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Sachsen-Anhalt
PromotionszentrumHochschule
Architektur- und Designforschung
Ingenieurwissenschaften und Informationstechnologien (IWIT)
Life Sciences
Sozial-, Gesundheits- und Wirtschaftswissenschaften (SGW)
Umwelt und Technik

Promotion an einer außeruniversitären Forschungseinrichtung

Auch an außeruniversitären Forschungseinrichtungen (AUFs) können Promotionsvorhaben fachlich angebunden sein. Der Doktorgrad wird in der Regel von einer promotionsberechtigten Universität verliehen. In Sachsen-Anhalt arbeiten AUFs dafür eng mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und weiteren Universitäten zusammen. Bei Interesse an einer Promotion empfiehlt sich die direkte Kontaktaufnahme mit der jeweiligen Einrichtung.

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